Aktualisiert : Quellen und Angaben zu Medikamenten geprüft.
Wenn die Autofahrt deinen Hund krank macht, steckt Reisekrankheit mit Übelkeit und Erbrechen dahinter oder Angst vor dem Auto, und beides braucht einen anderen Weg: Gegen die Übelkeit hilft laut Today’s Veterinary Nurse ein leerer Magen, gegen die Angst schrittweises Training. Einen ersten Hinweis gibt aus meiner Sicht der Zeitpunkt: Würgt dein Hund erst während der Fahrt, spricht das eher für Reisekrankheit, erstarrt er schon vor dem Einsteigen, eher für Angst.
Der Golden Retriever meiner Mutter ist ein gutes Beispiel für die zweite Variante: Übelkeit hatte er nie, aber vor allem der Einstieg über die Kofferraumklappe hat ihm über Jahre große Angst gemacht. Zittern und komplettes Verweigern waren die Anzeichen. Erst nach etwa einem Jahr hat sich das spürbar gebessert, ganz geheuer war ihm der Kofferraum aber auch danach nie.
Das Wichtigste in Kürze
- Laut Today’s Veterinary Nurse zeigt sich Reisekrankheit an Sabbern, Hecheln und Lecken der Lefzen, später an Erbrechen. Auch Angst kann Erbrechen auslösen. Zittert oder verweigert dein Hund schon vor dem Einsteigen, spricht das aus meiner Sicht eher für Angst.
- Viele junge Hunde wachsen laut den VCA-Tierkliniken bis etwa zum ersten Lebensjahr aus der Reisekrankheit heraus, laut Today’s Veterinary Nurse aber längst nicht alle.
- Laut Today’s Veterinary Nurse sollte ein Hund mit Reisekrankheit mindestens ein paar Stunden vor der Fahrt nichts mehr fressen, und frische Luft oder freie Sicht nach draußen kann bei manchen Hunden die Übelkeit lindern.
- Gegen das Erbrechen gibt es mit Maropitant ein zugelassenes Tierarzneimittel, laut EU-Tierarzneimitteldatenbank verschreibungspflichtig (Stand: September 2026). Ob es passt und in welcher Dosis, legt der Tierarzt fest.
- Schrittweises Gewöhnen wirkt laut Today’s Veterinary Nurse gut bei Hunden, die aus Angst erbrechen, bei einer Störung des Gleichgewichtssinns dagegen eher nicht. Aus meiner Sicht lohnt es sich, gezielt am konkreten Auslöser zu üben, etwa am Einstieg.
Autofahrt macht Hund krank: Der Zeitpunkt der Symptome gibt einen Hinweis
Die Anzeichen unterscheiden sich je nachdem, ob echte Reisekrankheit oder Angst dahintersteckt:
- Bei Reisekrankheit nennen Today’s Veterinary Nurse und die VCA-Tierkliniken während der Fahrt: vermehrtes Sabbern, Hecheln, Schlucken oder Lecken der Lefzen, Winseln und Hin-und-her-Laufen, manchmal auch Teilnahmslosigkeit, danach Würgen und Erbrechen
- Bei Angst waren es beim Golden Retriever meiner Mutter Zeichen schon vor der Fahrt: Zittern und Verweigern an einem bestimmten Punkt, bei ihm der Kofferraumklappe
Wichtig für die richtige Reaktion: Achte darauf, ob dein Hund erst während der Fahrt würgt oder erbricht oder ob er schon vor der Fahrt an einem bestimmten Punkt (wie beim Golden Retriever der Kofferraumklappe) erstarrt oder sich weigert. Das Erste spricht aus meiner Sicht eher für Reisekrankheit, das Zweite eher für Angst. Eine sichere Trennung ist das aber nicht: Laut Today’s Veterinary Nurse erbrechen manche Hunde auch aus Angst, einige sogar schon, bevor das Auto losfährt.
Warum wird manchen Hunden beim Autofahren schlecht?
Laut den VCA-Tierkliniken sind bei jungen Hunden die Teile des Innenohrs, die für das Gleichgewicht zuständig sind, noch nicht voll entwickelt. Deshalb trifft Reisekrankheit Welpen häufiger als erwachsene Hunde, und viele wachsen bis etwa zum ersten Lebensjahr aus ihr heraus. Das gilt aber nicht für alle: Today’s Veterinary Nurse weist darauf hin, dass viele Hunde sie auch als Erwachsene behalten. Erbricht dein Welpe bei jeder Fahrt, warte deshalb nicht einfach ab, sondern sprich mit dem Tierarzt. Bei erwachsenen Hunden kann auch Stress dahinterstecken: Hunde, die nur selten mitfahren, verbinden die Fahrt laut VCA oft mit dem unangenehmen Erlebnis, das danach folgt. Today’s Veterinary Nurse beschreibt auch den umgekehrten Weg: Ein Hund, dem bei jeder Fahrt übel wird, kann daraus Angst entwickeln. Manche erbrechen dann schon vor der Abfahrt, und das kann bleiben, selbst wenn die eigentliche Reisekrankheit vorbei ist.
Was hilft: leerer Magen gegen Übelkeit, Training am Auslöser gegen Angst
- Nicht direkt vor der Fahrt füttern: Today’s Veterinary Nurse empfiehlt, einem Hund mit Reisekrankheit mindestens ein paar Stunden vor der Fahrt kein Futter mehr zu geben, weil Erbrechen mit vollem Magen wahrscheinlicher wird. Die VCA-Tierkliniken nennen bis zu acht Stunden, frisches Wasser bleibt erlaubt
- Frischluft im Auto, z. B. Fenster einen Spalt geöffnet: Frische Luft und freie Sicht nach draußen können laut Today’s Veterinary Nurse bei manchen Hunden die Übelkeit lindern
- Kurze Übungsfahrten ohne unangenehmes Ziel: Die VCA-Tierkliniken raten, erst im stehenden Auto zu sitzen, dann um den Block zu fahren und die Dauer langsam zu steigern. Fahr dabei nicht nur zum Tierarzt, sondern auch mal zu einem schönen Spazierweg
- Den konkreten Auslösepunkt trainieren, nicht nur „das Auto“ allgemein. Wenn wie beim Golden Retriever gezielt die Kofferraumklappe das Problem ist, hilft es, genau diesen Einstieg einzeln und in Ruhe zu üben, statt nur die Fahrt selbst
- Sicherer, vertrauter Platz im Auto: Transportbox oder Sicherheitsgeschirr, wie es auch die VCA-Tierkliniken empfehlen, an derselben Stelle und mit vertrauter Decke
- Bei anhaltender Reisekrankheit: zum Tierarzt gehen. Es gibt verschreibungspflichtige Tierarzneimittel gegen das Erbrechen bei Reisekrankheit, die vor einer Fahrt gegeben werden können. Humanmedikamente gegen Reiseübelkeit bitte nicht auf eigene Faust geben
Bei anhaltender Reisekrankheit gibt es speziell zugelassene Tierarzneimittel. Der Wirkstoff Maropitant soll das Erbrechen bei Reisekrankheit verhindern. In zwei placebokontrollierten Studien (Benchaoui et al., Veterinary Record 2007) erbrachen in der größeren Studie 15 von 106 Hunden mit Maropitant während der Autofahrt, gegenüber 69 von 105 Hunden mit Placebo. Ganz ausgeschlossen ist Erbrechen damit also nicht. Maropitant-Tabletten sind laut EU-Tierarzneimitteldatenbank verschreibungspflichtig. Ob das Mittel für deinen Hund passt und in welcher Dosis, legt der Tierarzt fest. Bei angstbedingten Symptomen setzt man auf schrittweises Gewöhnen an das Auto: Solches Training wirkt laut Today’s Veterinary Nurse gut bei Hunden, die aus Angst erbrechen, bei einer Störung des Gleichgewichtssinns dagegen eher nicht.
Zeigt dein Hund neben der Autofahrt auch in anderen Situationen Anspannung, lohnt sich ein Blick in den Ratgeber Anzeichen von Stress beim Hund. Dort gehe ich auf die allgemeinen Warnsignale ein, die auch beim Autofahren auftreten können. Einen kompletten Überblick über Ursachen und Lösungswege bei ängstlichen Hunden findest du im Grundlagenartikel Hund mit Angst beruhigen. Reagiert dein Hund auch auf laute Geräusche ängstlich, hilft dir der Ratgeber zu Angst bei Gewitter und Feuerwerk weiter. Fährt eine Katze mit, findest du Box, Pausen und Toilette im Artikel Katze im Auto.
Häufige Fragen zu Autofahrten mit Hund
Sind lange Autofahrten für Hunde anstrengend?
Aus meiner Sicht ja, vor allem für Hunde mit Angst oder Reisekrankheit, denn die Belastung hält bei einer langen Fahrt einfach länger an. Belastbare Zahlen dazu kenne ich nicht. Meine Faustregel: vorher mit kurzen Übungsfahrten üben und unterwegs Pausen mit Wasser einplanen.
Warum wird meinem Hund beim Autofahren schlecht?
Bei jungen Hunden ist laut den VCA-Tierkliniken der Gleichgewichtssinn im Innenohr noch nicht voll entwickelt. Viele wachsen bis etwa zum ersten Lebensjahr aus der Reisekrankheit heraus, laut Today’s Veterinary Nurse aber längst nicht alle. Bei erwachsenen Hunden kann auch Stress dahinterstecken, etwa wenn Hunde, die nur selten mitfahren, die Fahrt laut VCA mit dem unangenehmen Erlebnis verbinden, das danach folgt.
Was beruhigt den Hund beim Autofahren?
Bei Reisekrankheit hilft es laut Today’s Veterinary Nurse, mindestens ein paar Stunden vor der Fahrt nicht mehr zu füttern, und frische Luft kann bei manchen Hunden die Übelkeit lindern. Die VCA-Tierkliniken raten zu kurzen Übungsfahrten, die langsam länger werden, und zu Transportbox oder Sicherheitsgeschirr. Liegt die Angst an einem konkreten Auslösepunkt wie dem Einstieg, übe aus meiner Sicht genau diese Stelle einzeln.
Sind lange Autofahrten für Hunde anstrengend?
Aus meiner Sicht ja, vor allem für Hunde mit Angst oder Reisekrankheit, denn die Belastung hält bei einer langen Fahrt einfach länger an. Belastbare Zahlen dazu kenne ich nicht. Meine Faustregel: vorher mit kurzen Übungsfahrten üben und unterwegs Pausen mit Wasser einplanen.
Warum wird meinem Hund beim Autofahren schlecht?
Bei jungen Hunden ist laut den VCA-Tierkliniken der Gleichgewichtssinn im Innenohr noch nicht voll entwickelt. Viele wachsen bis etwa zum ersten Lebensjahr aus der Reisekrankheit heraus, laut Today’s Veterinary Nurse aber längst nicht alle. Bei erwachsenen Hunden kann auch Stress dahinterstecken, etwa wenn Hunde, die nur selten mitfahren, die Fahrt laut VCA mit dem unangenehmen Erlebnis verbinden, das danach folgt.
Was beruhigt den Hund beim Autofahren?
Bei Reisekrankheit hilft es laut Today’s Veterinary Nurse, mindestens ein paar Stunden vor der Fahrt nicht mehr zu füttern, und frische Luft kann bei manchen Hunden die Übelkeit lindern. Die VCA-Tierkliniken raten zu kurzen Übungsfahrten, die langsam länger werden, und zu Transportbox oder Sicherheitsgeschirr. Liegt die Angst an einem konkreten Auslösepunkt wie dem Einstieg, übe aus meiner Sicht genau diese Stelle einzeln.
