Für die erste Nacht mit dem Welpen raten die Tierärzte der britischen Hilfsorganisation PDSA, im selben Raum zu schlafen, damit er nicht in Panik aufwacht, weil niemand da ist. Weint er, darfst du ihn trösten: Wird ein ängstlicher Welpe ignoriert, fühlt er sich laut PDSA isoliert und noch ängstlicher.
Veröffentlicht : Leitfäden, Studien und Gesetzestext geprüft.
Dieser Ratgeber gilt für Welpen, die vom Züchter oder aus der Familie kommen. Zieht ein erwachsener Hund aus dem Tierschutz bei dir ein, lies den Ratgeber Hund aus dem Tierschutz eingewöhnen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die PDSA rät, in den ersten Nächten im selben Raum wie der Welpe zu schlafen. Blue Cross empfiehlt für den Anfang das Schlafzimmer, im Hundebett oder in einer Box.
- Schreien lassen lehnt Blue Cross ausdrücklich ab. Trösten ist laut PDSA in Ordnung, bis der Welpe sicherer allein schläft.
- Dogs Trust rät, den Welpen nachts nicht in der Box einzuschließen, und hält einen Welpenauslauf für geeigneter. In einer Studie von Dale und Kollegen (Animal Welfare 2024) hing ein nachts auf Box oder Raum begrenzter Schlafplatz mit weniger trennungsbezogenem Verhalten zusammen. Die Daten sind Halterangaben, und ob die Halter nah schliefen, ist offen.
- Nachts muss ein Welpe laut den VCA-Tierkliniken unter Umständen bis zum Alter von etwa fünf Monaten raus.
Vor der ersten Nacht steht fest, wo der Welpe dauerhaft schlafen soll
Ein Welpe darf laut § 2 Absatz 4 der Tierschutz-Hundeverordnung erst im Alter von über acht Wochen vom Muttertier getrennt werden. Bis zum Einzug ist er laut PDSA gewohnt, mit Mutter und Geschwistern zu schlafen, und dieser Wechsel kann ihn anfangs aufwühlen.
- Platz festlegen: Entscheide vor dem Einzug, ob der Welpe auf Dauer im Schlafzimmer oder in einem anderen Raum schläft. Ihn später auszuquartieren, kann ihn laut PDSA sehr belasten.
- Körbchen oder Box: Eine Box ist laut PDSA kein Muss. Kennt der Welpe sie noch nicht, braucht sie eine langsame Gewöhnung.
- Geruch von zu Hause: Ein Tuch, das nach der Mutter riecht, legst du laut PDSA jede Nacht an den Schlafplatz. Bitte den Züchter darum.
- Abendroutine: Gleiche Abläufe jeden Abend, geschlossene Vorhänge und ruhige Beschäftigung helfen laut Dogs Trust beim Abschalten.
Wo sollte ein Welpe die erste Nacht schlafen? Neben deinem Bett, im Körbchen oder in einer offenen Box
Blue Cross empfiehlt, den Welpen am Anfang im Schlafzimmer schlafen zu lassen, im Hundebett oder in einer Box. Deine Nähe beruhigt ihn, und er kann dir zeigen, wann er raus muss.

Eine Halterbefragung aus der Langzeitstudie „Generation Pup“ der britischen Organisation Dogs Trust zeigt, wo Welpen tatsächlich schlafen (Kinsman und Kollegen, Animals 2020). Für die letzten sieben Tage gaben die Halter von 2.328 Welpen im Alter von 16 Wochen bei 66,6 % eine Box oder einen Kennel als Schlafplatz an, Mehrfachnennungen waren möglich. Nachts zu Menschen konnten nur 24,4 % der Welpen, und von diesen suchten 86,7 % deren Nähe. Die Werte beruhen auf Halterangaben aus Großbritannien und Irland. Welpen suchen nachts also die Nähe, wenn sie dürfen. Stell den Schlafplatz deshalb in Hörweite.
Dogs Trust rät in seinem Ratgeber zum Ankommen, den Welpen nachts nicht in der Box einzuschließen. Im Ratgeber zum Boxentraining hält Dogs Trust einen Welpenauslauf für die Nacht für besser geeignet, weil er mehr Bewegungsraum bietet.
Ich rate, für die ersten Nächte einen Welpenauslauf mit Körbchen direkt neben dein Bett zu stellen. Dale und Kollegen fanden in Halterangaben einen Zusammenhang zwischen einem nachts abgegrenzten Bereich und weniger trennungsbezogenem Verhalten. Ob die Halter dabei nah schliefen, wissen sie nicht. Der Auslauf grenzt ab, lässt den Platz, den Dogs Trust für die Nacht empfiehlt, und du bist in der Nähe.
Beim späteren Umzug warnt die PDSA davor, den Welpen in einen anderen Raum zu verlegen. Blue Cross rückt den Schlafplatz dagegen schrittweise weg. Dogs Trust nennt dazu einen zweiten Weg, der sich mit der PDSA deckt: selbst ein paar Nächte beim Welpen in seinem künftigen Raum schlafen. Das plötzliche Ausquartieren halte ich für falsch. Einen Welpen nachts schreien zu lassen, damit er es lernt, lehne ich ebenso ab.
Weint der Welpe nachts, tröstest du ihn ruhig, statt ihn schreien zu lassen
Auf die Frage, ob man einen Welpen nachts weinen lassen soll, antwortet Blue Cross mit Nein. Die Trennung von Mutter und Wurf ist ein großer Schock, und weinen lassen bedeutet Stress. Unruhe und Winseln in den ersten Nächten sind laut Blue Cross normal. Dass Trösten Angst nicht verstärkt, erklärt der Ratgeber Hund bei Angst beruhigen.
- Toilette prüfen: Wirkt er, als müsse er raus, bringst du ihn laut Blue Cross nach draußen.
- Ruhig zurück: Danach legst du ihn wieder in sein Körbchen, leise und ohne Spiel. Die Nacht soll laut Blue Cross nicht zur Spielzeit werden.
- Trösten: Zu ihm zu gehen und ihn zu trösten, ist laut PDSA in Ordnung. Legt er sich hin, lobst du ihn mit ruhigem Streicheln.
Den Schlafplatz als Strafe zu nutzen, schließt Blue Cross aus, weil der Welpe das Bett dann mit etwas Schlechtem verbindet. Weint er trotz allem weiter oder wirkt verzweifelt, kann laut Dogs Trust Trennungsangst dahinterstecken. Dann ist eine Verhaltensfachperson der richtige Weg, die du über deine Tierarztpraxis findest. Mehr dazu im Ratgeber Trennungsangst beim Hund.
Nachts kann ein Welpe raus müssen, laut VCA unter Umständen bis zum Alter von fünf Monaten
Laut einem Ratgeber der VCA-Tierkliniken, den die Verhaltenstierärztin Ellen Lindell mitverfasst hat, können Welpen bis zum Alter von etwa fünf Monaten nächtliche Gänge nach draußen brauchen. Die Blase ist laut PDSA klein, und erst mit dem Alter kann der Welpe länger einhalten.
Eine feste Weckzeit für die Nacht nennt keine der genannten Quellen. Steht der Schlafplatz neben deinem Bett, merkst du, wenn der Welpe unruhig wird. Blue Cross hält das für einen Grund, warum Welpen so schneller stubenrein werden. Passiert ein Missgeschick, wischst du es weg, ohne zu schimpfen: Laut Dogs Trust löst sich ein ausgeschimpfter Welpe sonst eher versteckt.
Welpe eingewöhnen: Für die ersten Tage raten die Leitfäden zu wenig Besuch, einem Raum nach dem anderen und Ruhe
Manche Welpen schlafen laut PDSA 18 bis 20 Stunden am Tag. Plane deshalb nach Spiel und Fressen Ruhephasen ein, und zieht er sich in sein Bett zurück, lässt du ihn laut Dogs Trust in Ruhe. Die PDSA rät, am ersten Tag nicht das ganze Haus freizugeben, Besuch für einige Tage zu verschieben und Futter und Fütterungszeiten des Züchters beizubehalten. Dogs Trust empfiehlt, einen Raum nach dem anderen zu zeigen.
Laut § 2 Absatz 1 Satz 2 der Tierschutz-Hundeverordnung ist Welpen bis 20 Wochen mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson am Tag zu gewähren, also auch deinem. Nimm dir deshalb in den ersten Tagen frei, wie Dogs Trust es empfiehlt, statt den Welpen gleich lange allein zu lassen. Wie er das Alleinbleiben in kleinen Schritten lernt, beschreibt der Ratgeber Welpe alleine lassen.
Eine zweite Auswertung aus „Generation Pup“ fand einen noch unbestätigten Zusammenhang zwischen mindestens neun Stunden Nachtschlaf und weniger trennungsbezogenem Verhalten (Dale und Kollegen, Animal Welfare 2024). Bei den 145 Welpen der Längsschnittstudie zeigten Hunde mit sechs Monaten dieses Verhalten seltener, wenn sie bis zum Alter von 16 Wochen nachts so lange schliefen und auf eine Box oder einen Raum begrenzt waren. Die Autoren raten deshalb zu einem abgegrenzten Bereich für die Nacht, wissen aber nicht, ob die Halter dabei in der Nähe schliefen. Nutzten Halter mit sechs Monaten zwei oder mehr strafende Methoden, zeigten ihre Hunde zum selben Zeitpunkt häufiger trennungsbezogenes Verhalten. Die Daten stammen von den Haltern.
Für dich heißt das konkret: Schütze den Schlaf deines Welpen und verzichte auf Strafe. Dass er sich einlebt, erkennst du laut Dogs Trust daran, dass er frisst, spielt, neugierig erkundet und entspannt ruht. Woran du Stress erkennst, zeigt der Ratgeber Anzeichen von Stress beim Hund.
Fazit: In den ersten Nächten nah schlafen, trösten und nachts rausgehen
Leg den Schlafplatz vor dem Einzug fest und schlaf die ersten Nächte im selben Raum, neben deinem Bett oder bei ihm. Weint der Welpe, prüfst du zuerst, ob er raus muss, und tröstest ihn dann ruhig. Ein Auslauf grenzt ihn nachts ab und lässt ihm Platz. Weint er trotz allem weiter oder wirkt verzweifelt, sprich mit deiner Tierarztpraxis über eine Verhaltensfachperson und lies zur Trennungsangst beim Hund weiter.
Häufige Fragen zur ersten Nacht mit dem Welpen
Soll ein Welpe nachts in der Box schlafen?
Eine Box kann der Schlafplatz sein, wenn der Welpe sie kennt. Dogs Trust rät, sie nachts nicht zu schließen, und hält einen Welpenauslauf für geeigneter.
Soll man Welpen nachts wecken, um Gassi zu gehen?
Eine feste Weckzeit nennen PDSA, Blue Cross und VCA nicht. Laut Blue Cross bringst du ihn raus, wenn er unruhig wird und raus zu müssen scheint.
Darf der Welpe in meinem Bett schlafen?
Laut Blue Cross spricht nichts dagegen. Bedenke aber, wie viel Platz er ausgewachsen braucht. Wofür du dich entscheidest, legst du laut PDSA am besten von Anfang an fest.
Ab wann schläft ein Welpe durch?
Ein festes Alter nennen die Quellen nicht. Laut VCA können Welpen bis zum Alter von etwa fünf Monaten nächtliche Gänge nach draußen brauchen.
